15892653719_b3f6f6d48f_b

Five Reasons for Hope von Hoffnungsträgerin Jane Goodall

Am 18. Mai 2017 wurde in der Expedithalle Wien ganz besonderer Besuch empfangen. Als eine der wenigen Stimmen des Gewissens auf diesem Planeten“ bezeichnete sie Moderator Alfons Haider, und Standing Ovations folgten, ohne dass die angekündigte Dame auch nur ein Wort gesagt hatte.

Schnell stellte sich heraus, dass Jane Goodall keine ist, die sich im Rampenlicht sonnt. Eher bescheiden betrat sie, ihren Plüschschimpansen umfassend, die Bühne. Das Publikum wurde auf Schimpansisch begrüßt. Und hatte sie erst angefangen zu sprechen, so lauschte der gesamte Saal der Stimme einer Frau, welche durch ihr Tun die Welt und Forschung bewegt hat.

Leidenschaft und nicht zuletzt Liebe zu ihrer Tätigkeit stehen Jane Goodall ins Gesicht geschrieben. Von ihren Tieren spricht sie mit Namen, mit Charaktereigenschaften, wie man sonst von Menschen zu sprechen pflegt. In der Tat betont Goodall, dass auch Schimpansen komplexe soziale Strukturen aufweisen, die gewissermaßen den der Menschen ähneln. So gibt es auch im Reich der Schimpansen gute und schlechte Mütter, liebevolle und unterkühlte Familienverhältnisse. Die Tiere interagieren durch ihre eigene Sprache und menschennahe Gesten. Und nicht zuletzt stimmen 98% der DNA des Schimpansen mit der des Menschen überein.

Als Goodall jedoch mit ihren Ansichten über Schimpansen an die Universität in Cambridge kam, erntete sie von den Professoren großteils kritische Blicke. Sie habe ihre Studien falsch gemacht, wurde ihr unterstellt, den Tieren seien keine menschlichen Eigenschaften zuzuordnen. Doch obgleich Skeptiker ihr Werk zu degradieren suchten, hielt Jane Goodall an ihren Erkenntnissen fest und gab nie auf. Bis heute nicht.

So reist die nun 83-Jährige nach wie vor um die Welt und vermittelt ihre Botschaft. Die Hoffnung in die Menschheit ist dabei scheinbar unendlich. Fünf Punkte listet sie auf, welche sie als ihre persönlichen Gründe für Hoffnung bezeichnet.

Da wäre zum einen das menschliche Gehirn, welches, obgleich es manchmal Dissonanzen zwischen ihm und dem menschlichen Herzen gibt, zur Problemlösung fähig ist. Allerdings muss dazu auch ein Wille zur Besserungvorhanden sein, den Goodall als den zweiten Grund nennt. Jede Person auf der Welt bewirke eine Veränderung und gemeinsam könne man Großes bewirken; dieser Grundsatz scheint ein Fundament für Jane Goodalls Optimismus zu sein. Mit Hoffnung blickt sie in die Zukunft und setzt dabei insbesondere auf die jungen Menschen von heute, ihren Mut, ihren Willen, etwas zu verändern. Auch die verantwortungsvolle Nutzung neuer Medienwird betont. Soziale Netzwerke ermöglichen das Knüpfen von Kontakten über Landes- und Kontinentalgrenzen hinweg. Dies bietet die Basis für die vereinfachte Verbreitung von positiven Ideen und das Teilen von Fortschritten. Letztlich wird die Regenerationsfähigkeit der Natur als ein Grund genannt, aus welchem Hoffnung zu schöpfen ist. Die Ressourcen der Erde sind gewiss dazu in der Lage, sich zu erneuern, man müsse dem Planeten lediglich Luft zum Atmen geben und davon ablassen, Lebensräume von Pflanzen und Tieren zu zerstören.

Die letzten Worte des Vortrags wählte Goodall weise: als Appell. “Together, we can change the world before it’s too late.“ Auf diese Weise brachte Jane Goodall die Botschaft der Veranstaltung auf den Punkt: Solange einzelne Menschen hoffen und kämpfen, besteht Hoffnung für die gesamte Menschheit.

 

Dieser Beitrag erschien am 22.05.2017 im Online-Lifestylemagazin Gazettehttp://gazette.cc/gazette/article/2440

About the author

Jasmina Cavkunovic

View all posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *