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Die Arbeit – Spaß oder Last?

Die Arbeit – Spaß oder Last?

Wie oft habt ihr von jemandem eine ehrliche Antwort gehört, wenn ihr nach „Spaß in der Arbeit“ fragt? Man sagt automatisch: „Ja, es geht. Es macht Spaß“. Aber bereitet die Arbeit in Wirklichkeit Freude, oder versucht man sich das nur schön einzureden? Wie oft stellt man sich selber die Frage, ob eine Arbeit den Aufwand wert ist und ob diese Nerven und Anstrengungen nötig sind? Leider, viel zu oft. Ist es eigentlich wichtig, dass eine Arbeit Spaß macht und wie lange kann sie uns zufrieden stellen? Viele antworten schnell mit den Worten: Ja, sie muss mir Spaß machen und das muss immer so sein. Aber wie viele von uns schaffen das? Wie viele freuen sich um sechs in der Früh, weil sie zur Arbeit fahren? Wenige!

In den 60er und 70er Jahren hat man unter Arbeit „jede körperlich und geistige Tätigkeit [verstanden], die der Erlangung von Mitteln zur Befriedigung von Bedürfnissen dient“[1] und heute „eine Tätigkeit im Rahmen eines Berufes[2]. Noch damals hat man von den Nachteilen der Arbeit gesprochen, die aber auch „Werte und Lustgewinne[3] mit sich bringen sollten, „die den Menschen […] bei seiner A. (sic!) lassen, wenn er sie zur materiellen Bedürfnisbefriedigung nicht mehr nötig hätte[4]. Stellt man sich eigentlich die Frage, ob die Tätigkeit Spaß macht oder denkt man meistens an das Materielle?

Ich habe oft gearbeitet, weil ich Geld gebraucht habe. Ich muss Miete, Rechnungen, Essen, Lehrbücher usw. zahlen. Oft haben mir meine Jobs keinen Spaß gemacht, aber trotzdem habe ich mit Herz und Seele gearbeitet, aber NUR damit ich mich zufrieden stellen kann. Natürlich gibt es oft Menschen, die Andere ausnutzen, bloß um Profit schlagen zu können. Ich hatte auch schon sehr schlechte Arbeitgeber, die eine Anzeige wert waren. Kein 13tes und 14tes Gehalt, keine Pausen, keine Überstundenbezahlung, durchgehend arbeiten, keine Ruhezeit und, und, und. Aber trotzdem gibt man nicht auf und sucht weiter nach dem Traumjob!

Sehr schade finde ich es, dass in Österreich viele Praktika nicht bezahlt sind. Es gibt unzählige und viele würden mir Spaß machen, aber damit kann ich mir kein Brot kaufen. Deswegen ist man dann mit einem schlechten, unterbezahlten Studentenjob „zufrieden“ und versucht in der knappen „Freizeit“ noch etwas Spannendes und Interessantes zu machen. Ich kann nur aus Erfahrung reden!

Was mich auf das Thema „Arbeit“ gebracht hat, war die 53-jährige Amerikanerin Mavis Wanczyk, die im Lotto gewonnen hat. Sie hat gleich nach dem Gewinn ihren Job als Krankenschwester aufgegeben und eine Presskonferenz eingeleitet.[5]

Als ich darüber gelesen habe, dachte ich mir: Die Arbeit war für sie auf alle Fälle eine Last und endlich ist sie jetzt frei. Während ich nur daran dachte, bekam ich ein unheimliches Gefühl.  Ich wollte nicht wie sie sein! Ich wollte nicht auf einen Lottogewinn warten, damit ich mich von einem ungeliebten Job entfernen kann. Ich will Spaß an meiner Tätigkeit haben.

Wie viele Menschen mögen ihre Jobs nicht? Und wieso ist es zu diesem Stand gekommen? Sogar im Online-Duden, wenn man nach dem Wort Arbeit sucht, findet man als Synonyme „Beschäftigung, Betätigung[6], aber auch „Anstrengung, Beanspruchung, Belastung, Beschwerde, Mühseligkeit[7] und andere. Es ist irgendwie traurig, dass mehr negative Synonyme aufscheinen.

Sollte man sich nicht mehr Gedanken darüber machen, wie man die Attraktivität der Arbeit steigert? Ich denke schon. Die Bezahlung ist eine Sache. Natürlich muss man von dem Gehalt nicht nur überleben können. Man sollte sich über die gesetzlich bezahlten fünf Wochen Urlaub jährlich freuen. Man sollte mehr Wohlgefallen in der Arbeit finden und nicht von Lasten befreit nach Hause gehen. Die Daseinsfreude und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz sollten im Vordergrund stehen. Es SOLLTE, aber das ist die Herausforderung unserer Gesellschaft. Daher: Mehr Spaß und keine Last!

[1] Schoeck, Helmut: „Kleines soziologisches Wörterbuch“, Herder-Bücherei, Basel, Wien, 1969, S. 25

[2] Schoeck

[3] Schoeck

[4] Schoeck

[5] Foto online abrufbar unter: http://www.bild.de/news/ausland/jackpot/diese-frau-hat-758-millionen-dollar-gewonnen-52989338.bild.html Stand: 26.08.17

[6] Online-Duden: http://www.duden.de/rechtschreibung/Arbeit Stand: 26.08.17

[7] Online-Duden

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Desislava Manolova

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2 Comments

  • Diesen Artikel, der ich gelesen habe finde ich sehr gut und nützlich. Was für mich auch sehr Interessant ist, ich arbeitete auch als Praktikant, aber leider habe ich dafür kein Geld bekommen! Das finde ich unfair! Ich bin der Ansicht, menschen die als Praktikant arbeiten, sollen dafür was bekommen!!
    LG
    Nawid

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