Europeneedsyou-Bloggerin Elodie Arpa
Europeneedsyou-Bloggerin Elodie Arpa

Die Geschichte einer Idee

Eines Tages hatten die Menschen auf diesem Kontinent eine Idee. Sie hatten ein genaues Bild von dem, was sie wollten. Eines Tages wussten sie, was sie sich von der Zukunft erhofften, von der eigenen Zukunft und der ihrer Kinder. Denn was sie ängstigte und nachts wachhielt, war bereits Wirklichkeit geworden. Europeneedsyou-Bloggerin Elodie Arpa erzählt uns heute – Jahrzehnte später – die Geschichte dieser Idee.

Krieg, Furcht, Hoffnungslosigkeit. Es gab Tage, Wochen, Monate und ganze Jahre in denen dies Normalität war und zum Alltag gehörte. Hörte man Radio, sah man fern, so wurde nur noch vom nächsten Luftangriff gesprochen, der nächste Bombenalarm angekündigt und die Opferzahl geschätzt, die dieser mit sich bringen würde. Und diese Zahl, von der man sich ängstigte ein Teil zu werden, stieg und stieg und stieg – stetig an. Diese Gewalt, diese Brutalität, diese Aggression, die damals Teil der Normalität geworden war, war nicht aus dem nichts entstanden. Viel mehr gründete sie auf ausgeklügelten Propagandamechanismen sowie dem Wunsch nach einem „starken Mann an der Spitze“, auf der Legitimierung von Rassismus und Diskriminierung, dessen schreckliche Folgen wir nun nur zu gut kennen sollten.

In dieser Zeit, von der ich spreche, kannten viele – ja die meisten – Menschen in Europa nichts anderes mehr als andauernde Angst, Schrecken und die Allanwesenheit des Todes. Über 60 Millionen Männer waren im Krieg gefallen. Viele tausende Familien verloren ihr Haus, ihr gesamtes Hab und Gut und obendrein ihre Brüder, Väter und Großväter. In der Folge verbreiteten sich Armut und Epidemien -und viele hundert Frauen und Kinder starben an Hunger und Kälte. Diese Beschreibungen mögen uns bekannt vorkommen. Auch in unserer Zeit wird von Krieg, von Hungersnöten und Flucht berichtet. Auf anderen Kontinenten passiert das, denken wir.  Weit weg  von uns fühlt sich das alles an. Doch der Gedanke, dass Menschen hier in Europa noch vor wenigen Jahrzehnten in ständiger Lebensgefahr gelebt haben, ist für uns – die wir in einem friedlichen, vereinten Europa aufgewachsen sind – schwer zu begreifen. 

Und selbst als nach sechs langen Jahren schließlich das Ende des Krieges eintrat, blieb von Europa nicht viel mehr als ein gigantischer Schutthaufen übrig. Abertausende Kriegsverletzte lagen auf zerstörten Straßen, ganze Familien waren obdachlos und kaum jemand schaffte es, eine bezahlte Arbeit zu finden. Unzufriedenheit, Frust, Armut. Vor dem Krieg war nach dem Krieg. Und wieder war da dieses schreckliche Gefühl der Furcht. Angst hatte man: Angst vor einem neuen Konflikt, vor neuen Bombenangriffen und vor allem vor neuen Waffen. Waffen, die zu solcher Zerstörung in der Lage waren, dass sie in der Bevölkerung eine ganz neue Angst entstehen ließen. Die Angst der Auslöschung der Menschheit. Und eben da, zwischen Trümmerfeldern und dem befürchteten Ende der Menschheit, hatte man eine Idee. In Frieden leben. In Europa in Frieden zu leben, ja das war sie, die Idee.

Jahrhunderte, Jahrtausende lang hatte Europa aus Königreichen bestanden, die nichts anderes taten, als eben das: Krieg zu führen und sich gegenseitig die Köpfe abzuschlagen. Die nationalen Oberhäupter sprachen nicht miteinander, so wie wir das nun kennen. Im Gegenteil: Die Staaten hassten einander, hatten sie sich doch seit ihrer Entstehung gegenseitig geschwächt, bekriegt und zerstört. Und zu eben diesem Zeitpunkt, hatte man eine Idee. Eine Idee, deren Umsetzung unmöglicher nicht hätte wirken können. Frieden, Kooperation und Zusammenhalt statt Konflikt, Konkurrenz und Zerfall. Langfristige Stabilität statt kurzfristigen Erfolgen. Wohlstand statt Armut. „Wir zusammen“ statt „ich zuerst“. 

Die Gründung einer gemeinsamen Union, die Kreation einer europäischen Identität. Ein Wunsch nach Freiheit. Nach Selbstbestimmung und Wahlmöglichkeit. Nach Grenzenlosigkeit und Autonomie.

Unser gemeinsames Europa. Es basiert auf einer Idee. Einer Idee die so simpel wie auch großartig ist. Es war eine Idee der Freiheit. Freiheit beginnt im Kopf. Das mag stimmen. Doch Freiheit beginnt nicht nur im Kopf, sie muss auch weitergeführt werden. In unseren Köpfen, ja, und durch unsere Worte und Taten. Darauf kommt es an. 

Eines Tages hatte man eine Idee. Und weil eines Tages nach lange her klingt und man Sachen, die lange her sind, vergisst, sollten wir diese Idee wiederholen. Immer wieder sollten wir uns bewusst werden, warum unser gemeinsames Europa eigentlich entstanden ist. Denn nur wenn wir von dieser Idee, dem früher unvorstellbaren und nun zum Großteil erreichtem Ideal der Freiheit wissen, können wir es schützen und weiterführen. Und das ist es doch, was wir tun wollen. Oder nicht? 

 

 

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Josef Ladenhauf

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