Jugendliche am European Youth Event 2018 in Straßburg
Jugendliche am European Youth Event 2018 in Straßburg

Embrace Diversity!

Junge Menschen mit kreativen Ideen, politisch engagiert, motiviert, und bereit, ihren Teil zur Veränderung beizutragen. So habe ich mir das European Youth Event 2018 vor meiner Anreise vorgestellt, und ich wurde nicht enttäuscht. Ein Lokalaugenschein von Europeneedsyou-Bloggerin Romana Prerad.

Das diesjährige European Youth Event fand unter dem Motto „Ich hoffe, dass der Plan gelingt, und der Funke überspringt“ Anfang Juni in Straßburg statt. Über 8.000 Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Europa haben sich in einer der für die Europäische Union wichtigsten Städte eingefunden, um bei rund 400 Workshops, Diskussionsrunden und Aufführungen über ihre europäische Zukunft zu diskutieren und mitzubestimmen. 

Wie kann eine solche Veranstaltung die Zukunft Europas positiv beeinflussen?

Das letzte EYE Event fand 2016 unter dem Motto „Gemeinsam können wir etwas bewegen“ statt. Diese Aussage haben sich die Veranstalter zu Herzen genommen, und die 50 innovativsten Ideen der EYE-Teilnehmer in einem Bericht zusammengefasst, um sie einige Monate später allen 751 Mitgliedern des Europäischen Parlaments vorzustellen. Einerseits diente dieser Input als Inspirationsquelle, andererseits zeigte er auf, was den jungen Menschen in Europa am Herzen liegt.  

So wurde das Europäische Parlament, das seinen Sitz seit 1999 in Straßburg hat, auch heuer wieder zwei Tage lang Treffpunkt europäischer Bürger zwischen 16 und 30 Jahre. Wo man auch hinsah, überall waren Gruppen von Menschen, die sich in allen möglichen Sprachen miteinander unterhielten; während der Diskussionsrunden taten sie ihren Unmut kund, äußerten Sorgen und Ängste. 

Die Aktivitäten wurden, wie auch in den Jahren davor, erneut in fünf unterschiedliche Schwerpunktthemen aufgeteilt.

  • Jung und alt: Die digitale Revolution meistern
  • Arm und reich: Den fairen Anteil verlangen
  • Allein und gemeinsam: das vereinte Europa stärker machen
  • Sicher und gefährlich: Stürmische Zeiten überstehen
  • Lokal und global: Unseren Planeten schützen

Man konnte sich aus mehreren Aktivitäten seine vier Favoriten aussuchen, die in den unterschiedlichen Räumlichkeiten des Parlaments bzw. auf dem Gelände stattfanden. Mein persönlicher Favorit war die Podiumsdiskussion zu dem Thema „Grenzüberschreitende Kriminalität: Europa zu einem besseren Ort machen“. Wir konnten uns die Diskussion zwischen den Gastrednern anhören und anschließend selbst Fragen stellen. Ich war beeindruckt von dem Input, der von den jungen Menschen meiner Generation wiedergegeben wurde; mit welcher Bestimmtheit sie von ihren Sorgen über das politische Klima und die xenophobischen Tendenzen ihrer Herkunftsländer sprachen, aber auch, wieviel Hoffnung und Bereitschaft in ihnen steckte, um genau jene zu ändern. 

Zusammen mit der Jugendorganisation, als Teil derer ich das EYE besuchte, habe ich außerdem die Europaabgeordnete und Mitglied der Allianz der Liberalen und Demokraten Europas-Fraktion Angelika Mlinar getroffen, die uns noch einmal einen persönlichen Einblick in ihre Arbeit in Wien, Brüssel und Straßburg geben konnte. 

 

Bunte Vielfalt als wichtiger Baustein für ein starkes Europa

Ich habe persönlich einige Erkenntnisse und neue Denkanstöße dazugewonnen. Während des EYE ist mir klargeworden, wie vielfältig Europa tatsächlich ist. Diese Vielfalt müssen wir uns nicht nur bewahren und mehr schätzen, sondern sie vor allem vor jenen verteidigen, die sie nutzen, um uns gegeneinander aufzuspielen und zu trennen. Denn auch wenn wir eine unterschiedliche Sprache, Kultur, Herkunft, Ethnie oder Religion haben, sollten wir diese Unterschiede stolz als Zeichen eines vielfältigen Europas hervorheben. Darauf basiert das gemeinsames Europa nämlich: gemeinsame Werte. Ein Prinzip, das durch Events wie das EYE nochmals hervorgehoben wird.
Europa vereinen, junge Menschen zum Mitmachen, mitdenken und mitgestalten motivieren – ich hoffe wirklich, dass der Plan gelingt und der Funke überspringt! 

About the author

Josef Ladenhauf

View all posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *