Jugendliche aus Österreich am European Youth Event 2018 in Straßburg
Jugendliche aus Österreich am European Youth Event 2018 in Straßburg

Das war das European Youth Event 2018 in Straßburg

Am 31. Mai 2018 machte Europe needs you-Bloggerin Dunia Khalil sich mit einer Gruppe aus Österreich auf den Weg zum European Youth Event 2018, kurz EYE. Das europäische Parlament gibt hier jungen Menschen aus ganz Europa die Möglichkeit, sich am europäischen Projekt zu beteiligen und Europas Zukunft aktiv mitzugestalten. Insgesamt sollen dieses Jahr zu diesem Zweck an die 8000 Europäer nach Straßburg gekommen sein. 

Als wir ankamen und direkt vor dem europäischen Parlament standen, realisierte ich erst das tatsächliche Ausmaß dieser Veranstaltung. Tausende Menschen rund um das Parlament waren versammelt. Während sich die einen bei einer ewig langen Schlange für die Akkreditierung anstellten, befanden sich vor dem Eingang des Parlaments Massen von jungen Menschen, die auf die Sicherheitskontrollen warteten.

Da ich früher als geplant im Parlament stand, entschloss ich mich spontan eine Veranstaltung zu besuchen, die ich im vornherein nicht eingeplant hatte. Im Innenhof des Parlaments waren die aktuellsten Veranstaltungen an Säulen ausgeschrieben. Man hatte die Möglichkeit sich vor eine Säule zu stellen und dort von einem der vielen Volunteers abgeholt sowie zur Veranstaltung gebracht zu werden. Als ich mit einigen anderen ins Gebäude geführt wurde, konnte ich auch hier Unmengen von Menschen beobachten. Während die einen Interviews gaben, ließen sich andere von unterschiedlichen Organisationen fotografieren.

Am ersten Tag des EYE besuchte ich einige sehr interessante Veranstaltungen. Leider war es zeitlich nicht möglich alle Veranstaltungen, die mich interessierten zu besuchen, da einige zeitgleich stattfanden oder bereits ausgebucht waren. Im Internet gibt es jedoch die Möglichkeit sich Veranstaltungen des EYE unter http://www.europarl.europa.eu/ep-live/en/other-events nachträglich anzusehen, was ich schlussendlich dann auch in Anspruch genommen habe. 

Was mir am EYE besonders gut gefallen hat war, dass ich das Gefühl hatte man würde sich hier sachlich mit den wirklich wichtigen Themen auseinandersetzen. Während bei einer Veranstaltung das Abbauen von Vorurteilen diskutiert und geübt wurde, konnte man bei einer anderen mit der Sacharow-Preisträgerin Lamiya Aji Bashar, die 20 Monate in der Gewalt des IS gefangen, versklavt und misshandelt wurde, über Menschenrechte sprechen. Es gab auch eine Veranstaltung, die sich mit dem Burkaverbot beschäftigt hat. Hier hatten einige Teilnehmer die Gelegenheit ihre Meinungen dazu genauer auszuführen, Fragen zu stellen und Ideen für eine Lösung zu geben. Jedem Argument wurde Aufmerksamkeit gegeben und jede Ansicht darüber war wichtig zu diskutieren. Man schenkte weder der einen noch der anderen Seite mehr Bedacht. Die Meinungen darüber waren gleichwertig. Auch befanden sich einige Muslime unter den Teilnehmern. Das ist etwas was mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Da ich auch das erste Mal in Straßburg war, entschied ich mich nach einigen Veranstaltungen die Stadt genauer anzusehen. Straßburg ist eine der schönsten Städte, die ich in Europa bisher besucht habe. Sie lässt sich bequem zu Fuß nach nur einem Tag erkunden. Im Stadtzentrum befindet sich die wunderschöne Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg, welche das Wahrzeichen der Stadt ist. In den engen Gassen kann man kleine süße Cafés, Restaurants und idyllische Plätze entdecken. Zudem findet man in der ganzen Stadt zahlreiche hübsche Fachwerkhäuser. Die gesamte (!) Innenstadt von Straßburg welche auch als „Grande Ile“ bezeichnet wird, wurde von der UNESCO aufgrund der Architektur zum Weltkulturerbe ernannt. Auch befindet sich dort nicht nur das Europäische Parlament, sondern auch der Europarat und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Ich habe mich in die Stadt verliebt und würde sie jedenfalls gerne wieder besuchen.

Alles in allem war das EYE eine tolle Erfahrung für mich, da ich nicht nur an interessanten Diskussionen im europäischen Parlament teilnehmen durfte, sondern auch die Franzosen und deren kleine Stadt dadurch kennenlernen durfte. Ich werde auf jeden Fall versuchen beim nächsten EYE wieder dabei sein zu können!

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Josef Ladenhauf

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